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News | 15.10.2019 | 14:47

Workshop mit Regisseurin Mo Asumang an der „Tschuggmall“: Rassismus und Integration

Vier Stunden lang arbeitete die afrodeutsche Moderatorin und Regisseurin Mo Asumang mit vier Klassen der Landesberufsschule „Tschuggmall“ zum Thema Populismus und Rechtsextremismus. Die Berlinerin besucht mit diesem Workshop verschiedene Schulen in ganz Europa um auf das Thema aufmerksam zu machen, Schülerschaften zu sensibilisieren und dem Populismus entgegenzuwirken, indem die Jugend zum Nachdenken angeregt wird.

Workshop mit Regisseurin Mo Asumang an der „Tschuggmall“: Rassismus und IntegrationWorkshop mit Regisseurin Mo Asumang an der „Tschuggmall“: Rassismus und Integration

Zu Beginn wurden den Schülerinnen und Schülern Ausschnitte aus Mo Asumangs Film “Die Arier” gezeigt. Der Dokumentarfilm befasst sich mit dem weiterhin aktuellen Thema des Rechtsextremismus, in Europa wie in den USA, wo Mo Asumang Mitglieder des Ku-Klux-Klans trifft. Sie geht dem Ursprung des Begriffs „Arier“ nach, und zeigt auf, dass er sich im Grunde auf Volksgruppen im heutigen Iran bezieht – und ziemlich nichts mit „deutschblütigen“ Menschen, eine Sichtweise, die unendlich viel Leid auf die Menschen gebracht hat. Ebenso interviewte sie Teilnehmer einer Nazi-Demo. Ihr Grundsatz dabei ist, diesen rechtsradikalen Gruppierungen nicht mit Wut entgegenzutreten, sondern eine neugierige Haltung einzunehmen, Fragen zu stellen, sie zum Kommunizieren zu bringen, sonst “hätte ich den Film nicht machen können.”

Im anschließenden Austausch mit den Schülerinnen und Schülern erklärt Mo Asumang mit treffenden Worten, wie sie Rassisten wahrnimmt: Es sind Menschen, die sich in einer Wut- und Hassschleife befinden, welche ihr ganzes Leben bestimmt. Deshalb sind sie nicht imstande zu sehen und erkennen, wie schön und bereichernd eigentliche Vielfalt ist.

Für die Jugendlichen und jungen Erwachsenen war es ein spannendes und bereicherndes Treffen, gleichzeitig aber auch die Möglichkeit den zunehmenden Populismus und die rechtsextreme Szene in ganz Europa kritischer wahrzunehmen.

Mo Asumang, Afrodeutsche aus Berlin, ist unter anderem Regisseurin, Moderatorin und Produzentin. 1996 war sie die erste afrodeutsche Moderatorin im deutschen Fernsehen. Sie befasst sich mit dem Thema Rassismus und Integration, seit ihr eine rechtsextreme, deutsche Rockband eine Morddrohung in einem Song ausgesprochen hat: “Diese Kugel ist für dich, Mo Asumang”.  Der Film “Die Arier” wurde 2014 veröffentlicht und ist auch als Buch erhältlich.

(WR)