Hauptinhalt

Theaterrezension: "Werther - modern und zeitgemäß!"

Theaterrezension von Michael Rizzi

Theaterrezension: Das Theaterstück „WERTHER“ mit dem deutschen Regisseur Philipp Jescheck, welches wir am 23. Jänner dieses Jahres am J. Ph. Fallermayer Oberschulzentrum in Brixen besuchten, ist eine moderne Neuinterpretation des Briefromans „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe. Die Hauptrolle des Werthers spielt der Grödner Schauspieler Lukas Spisser.

Der Regisseur inszeniert seine Neuinterpretation in Form einer „Ein – Mann – Show“. Dies mag auf den ersten Blick vielleicht für ungeübte Theaterbesucher verwirrend sein und wenig aussagend, doch mit der bravourösen schauspielerische Leistung Spissers wird das Publikum förmlich gefesselt und man fragt sich ständig, was wohl als nächstes passieren wird.

Niemals wirkt die Neufassung des 1774 erstmals erschienenen Werks Goethes langweilig, altmodisch oder klassisch. Nein, der Zuschauer leidet förmlich mit, wie der unglücklich verliebte Werther versucht das Herz seiner Lotte zu erobern. Wenn man die Buchfassung „Die Leiden des jungen Werthers“ liest, kommt einem der Gedanke, wie es wohl wäre, wenn Werther in der heutigen Zeit leben würde. Genau diesen Gedanken hat der Regisseur aufgenommen und auf die Bühne projiziert, wie z.B. mit den Graffitis oder dem eigens komponierten Lied.

Sehr wirkungsvoll und zeitgemäß ist auch die Verwendung eines Effektpedals auf dem Boden, mit Hilfe dessen Spisser ein mehrstimmiges Lied oder verschiedene Sätze gleichzeitig abspielen kann. Mit Hilfe einfachster Hilfsmittel, wie z.B. einer Kiste, einer Wand und Farbe stellt er verschiedene Räume und Umgebungen dar. Dadurch kann jeder Zuschauer seiner Fantasie freien Lauf lassen und sich die räumliche Umgebung selbst bildlich vorstellen. Man ist nicht an ein festes Bühnenbild gefesselt, wie z.B. bei einem Dorftheater. Schnell kann Spisser zwischen verschiedenen Charakteren, wie z.B. bei der Abendgesellschaft perfekt und professionell wechseln, was die Handlung auffrischt und beschleunigt.

Alles in Allem ist „Werther“ nach ca. 200 Jahren immer noch sehr präsent und mit dieser neuen Fassung auch sehr zeitgemäß. Er wird auch noch lange präsent sein, da die Liebe uns heute wie früher immer begleitet.

Weitere Rezensionen:

 

Bild: http://images.suedtirolnews.it/uploads/pics/werther-Sabine-Weissenegger.jpg