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Brücken bauen zwischen den Kulturen

Islam-Diskussion an der “Tschuggmall” nach den Terroranschlägen in Paris

Ausgehend von den Anschlägen letzten Monats in Paris auf die Redaktionsmitglieder von „Charlie Hebdo“ haben die Religionslehrer der LBS „Tschuggmall“ eine Diskussionsrunde rund um dieses Thema und dessen Auswirkungen organisiert.

An der Diskussion nahmen sowohl Schülerinnen und Schüler der „Tschuggmall“ (Zenat Shahzadi, Markus Seppi und Elmar Falkensteiner) als auch Vertreter der verschiedenen Glaubensgemeinschaften teil: so Don Paolo Renner, Fundamentaltheologe, Religionswissenschaftler und Dekan der PTH in Brixen, Haffez Abdul, 25-jähriger Moslem und Sprecher des Vereins „Min Hadesch Ul Qumar“, und Martina de Zordo, Religionslehrerin an der „Tschuggmall“ und Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings.

In einem Klima der Wertschätzung und des gegenseitigen Respekts wurde über die verschiedenen Aspekte des interkulturellen Zusammenlebens nach den Terroranschlägen in Paris debattiert. Dabei wurden die Themen der Meinungsfreiheit, der Rolle der Medien ebenso wie die Angst, die sich nach diesen Vorfällen breit gemacht hat, angesprochen. Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass Meinungsfreiheit den Rahmen eines respektvollen Umgangs zu den Mitmenschen nicht sprengen darf. Zenat bemerkte außerdem, dass nicht nur „Einheimische“ sich geängstigt fühlen, sondern auch Moslems, die nicht mit den Fundamentalisten in einem Topf geworfen werden möchten. Großen Zuspruch fand auch die Aussage von Don Renner, dass es notwendig ist über andere Kulturen informiert zu sein, um konstruktiv an Diskussionen teilnehmen zu können und nicht zu leicht Vorurteilen aufzusitzen. Haffez beklagte mit eindrucksvoller Leidenschaft die einseitige Darstellung in den Medien. So seien die meisten Opfer des islamistischen Terrors Muslime selbst – aber das würde kaum erwähnt. Er verwies auf den friedliebenden und Friede einfordernden Kern des Islams.

Für die Zukunft wünschen sich alle, dass ein friedvolles Zusammenleben im Zeichen des gegenseitigen Respekts möglich sein wird, aber wie Martina de Zordo treffend sagte „müssen dafür Brücken zwischen den Kulturen“ gebaut werden.

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