Berufserfahrungen im Ausland sammeln: Ein Lehrlingsaustausch macht das möglich
04.04.2022 | News
Wilhem Dietl besucht aktuell die Lehrlingsausbildung zum Tischler an der Tschuggmall. Neben der Ausbildung im Betrieb und an der Schule, hat er beschlossen an einem Schüleraustauschprojekt in der Schweiz teilzunehmen. In diesem Interview mit Frau Pecnik Marianne hat er von seiner Erfahrung berichtet.

1. Beschreiben Sie ihren bisherigen Lebensweg, schulische und berufliche Laufbahn. (Sparte, Ausbildungsjahr, Berufsschule…)
Ich habe zuerst den herkömmlichen Schulweg eingeschlagen und diesen dann auch an der J.PH.Fallmereyer die Matura abgeschlossen. Im Anschluss ging ich dann nach Wien um dort an der TU Physik zu studieren. Das Studium habe ich dann aber im dritten Semester abgebrochen und mich dazu entschlossen meinen Kindheitstraum Tischler zu werden nach zu gehen. Seit 2019 bin ich nun als Tischler tätig und werde dieses Jahr die Gesellenprüfung an der Tschuggmall ablegen.
2. Warum haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
Ich war schon von Kindheitstagen an vom Tischlerhandwerk fasziniert. Es ist einfach ein tolles Gefühl, wenn man am Ende vor seinem Werkstück steht und behaupten kann man hat sich das ausgedacht, aufgezeichnet, Schweiß und Herzblut reingesteckt und nun steht es hier und erfüllt seinen Zweck.
3. Anfang dieses Jahres waren Sie in der Schweiz und haben ein Lehrlings-Praktikum absolviert. Was hat Sie dazu bewogen ein Praktikum in der Schweiz zu machen? (Motivation)
Ich finde jede Erfahrung, die man im Leben macht, ist wertvoll, man muss sie nur zu nützen wissen. Somit habe ich mich nach Absprache mit meinem Lehrbetrieb bei diesem Praktikum angemeldet. Ich sah und sehe dieses Praktikum als einmalige Möglichkeit mich als Handwerker und Mensch weiterzuentwickeln. Man wird wieder komplett auf null gestellt und muss sich wieder in einem neuen Betrieb, mit neuen Mitarbeitern, neuen Maschinen, Arbeitsgängen, Planungsphilosophien und Aufgaben zurecht finden und einbringen. Man muss sich aber nicht nur im Rahmen der Arbeit neu einbringen und Fuß fassen, sondern auch bei der jeweiligen Gastfamilie und dem Austauschpartner. Das sind alles Herausforderungen die man sowohl in der Arbeitswelt als auch im privaten Leben immer wieder antreffen wird. Dieses Praktikum ist eine großartige Gelegenheit Erfahrungen zu machen und für den Rest des Lebens mitzunehmen.
4. Was war der wesentlichste Inhalt dieses Praktikums, wie kann man sich das vorstellen? (Austausch, Dauer des Praktikums….)
Das Praktikum besteht aus zwei Teilen. Der erste war mein Besuch in der Schweiz bei meiner Austauschpartnerin und ihrem Lehrbetrieb, und der zweite ist dann ihr Besuch hier bei uns im August. Es sind jeweils drei Wochen, die wir im jeweils anderen Betrieb verbringen. Das ganze Praktikum ist so organisiert als wäre man auf Montage: Wir bekommen weiterhin von unseren eigenen Betrieben unseren Lohn und sind auch über jenen versichert. Im Laufe der Bewerbung fertigt man einen Steckbrief über sich selbst an, der dann auch jeweils dem Austauschpartner weitergeleitet wird. Alles weitere obliegt dann dem Lehrling sich selbst zu organisieren, das heißt Kontaktaufnahme mit dem Austauschpartner, Absprache wegen Anreise, etc. Die Schule steht einem Schüler hierbei bei Fragen immer zur Seite und kann auch schon auf einige Erfahrungen ehemaliger Teilnehmer zurückgreifen. Im Laufe des Austausches verpflichtet man sich auch Tagebuch zu führen und einen Abschlussbericht zu verfassen. Dies mag zwar anfangs etwas nervig sein, ist aber schlussendlich eine interessante Praktikumszusammenfassung, denn man reflektiert nochmals über das Erlebte und kann auf viele neue und schöne Erinnerungen zurückblicken.
